MBSR

Achtsamkeit

Claudia Schwan

MBSR steht für mindfulness-based-stress-reduction, übersetzt achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Jon Kabat-Zinns Arbeitsbeschreibung für den Begriff Achtsamkeiig lautet: bewusstes Wahrnehmen, im gegenwärtigen Augenblick, ohne zu bewerten.

Mit der Vision, Menschen in schwierigen Lebenssituationen, etwas an die Hand zu geben, dass ihrem Leben  mehr Qualität geben könnte, indem sie sich ihres eigenen Lebens wieder bewusst werden, entwickelte Jon Kabat-Zinn, Professor für Molekularbiologie, in den 70er Jahren den MBSR-Kurs.

Es war ihm ein Anliegen, eine Alternative zu unserer derzeitigen Lebensweise anzubieten.

Einer Lebensweise, die uns oft in Stresssituationen bringt, weil sie so schnelllebig ist, wir mit unendlich vielen Informationen tagtäglich überfrachtet werden, unsere Ansprüche an uns selbst so groß sind und wir uns oft zu viel zumuten. Obwohl wir inzwischen so viele technische Hilfsmittel haben, die uns das Leben erleichtern sollen, scheinen wir heutzutage oft gezwungen zu sein, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Auch haben wir mit Erwartungen zu kämpfen, die wir an uns selbst stellen oder von denen wir glauben, andere hätten diese Erwartungen an uns. Ebenso bedeuten Schmerz oder Krankheit Stress für uns. Häufig sind wir Doppelbelastungen ausgesetzt, wie z.B. Berufstätigkeit, Familie und Haushalt unter einen Hut zu bekommen.

Für jeden von uns sind es andere Aspekte, die in uns eine Stressreaktion des Körpers hervorrufen. Diese Stressreaktionen sind häufig nicht adäquat und führen letztendlich dazu, dass wir ins unausgeglichen fühlen, leiden und vielleicht sogar eher krank werden oder eine bestehende Krankheit uns jede Lebensfreude raubt.


Mit dem MBSR-Kurs hat Jon Kabat-Zinn ein Programm entwickelt, mit dem wir wieder zu uns selbst gelangen und herausfinden können, was in unserem Leben für uns wirklich von Bedeutung ist. Eine grundlegende Voraussetzung dafür, zufrieden zu sein und gesund bleiben zu können.


Auswirkungen der Meditation wurden inzwischen in verschiedenen Studien wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse zeigen u.a., dass Meditierende besser mit Stress umgehen können, dass deren Immunsystem effektiver arbeitet und dass z.B. bestimmte Hirnareale, die für Gefühlsverarbeitung und Körperwahrnehmung zuständig sind, aktiviert werden.

Diese Mediationspraktiken können uns ermöglichen, zu lernen, unsere Reaktionen auf Stress bewusst zu modifizieren. Es geht darum, den Stressoren anders zu begegnen, schwierige Situationen aus einer anderen Perspektive zu betrachten und mehr Handlungsspielraum zu gewinnen. Aus dieser Position heraus haben wir die Freiheit zu wählen, auf welche Weise wir reagieren wollen.


MBSR wird inzwischen in vielen medizinischen und pädagogischen Einrichtungen angeboten, auch im Arbeitsbereich bieten einige Firmen ihren Mitarbeitern achtsamkeitsbasierte Kurse an.

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